Historische Schwarzbachbahn

Historische Schwarzbachbahn

Zwischen Bad Schandau und Sebnitz zweigte ab 1897 in der Station Goßdorf-Kohlmühle eine Schmalspurbahn von 12 km Länge ab. Zunächst verlief die Trasse neben der Regelspurbahn durch das Sebnitz-, dann allein durch das Schwarzbachtal hinauf. Der Zug „ackerte“ durch Feld- und Weideland, um nach einer Stunde Fahrzeit das reizvoll gelegene Städtchen Hohnstein zu erreichen.
Auf seiner Tour hatte das aus nur wenigen Wagen (bis zu 45 Tonnen) bestehende Züglein zwei markante Spannbetonbrücken, zwei Tunnel von 63 und 39 m Länge als auch mehrere Steigungen (1:30) zu bewältigen. Das schwierige und enge Terrain ließ nur einen begrenzten Zugbetrieb zu, so dass zu allen Zeiten der Verkehr ein gleichbleibend einfacher blieb.

Den Prüfungs- und Eröffnungszug fuhr im April 1897 die extra aus dem Müglitztal zu diesem Zweck ausgeborgte IV K mit der Bahnnummer 110. Ebenfalls von dort gelangte 1898 die Bahnnummer 113 nach Hohnstein. Doch ab der Jahrhundertwende war dann bis in die zwanziger Jahre des vergangenen Jahrhunderts die Gattung I K vorherrschend. Nur aushilfsweise erschienen die IV K 115 (1903-1905), 113 (1922) und 168 (1921-1923) auf der Strecke. Erst nach der Ausmusterung der letzten I K übernahm die Gattung IV K das volle Kommando.
Zunächst waren 99 512 und 99 521 eingesetzt. In den dreißiger Jahren wirkten längere Zeit die Loks 99 541 und 99 578, in den frühen vierziger Jahren waren es vorherrschend 99 546 und 99 555. In den letzten Betriebsjahren nach dem Zweiten Weltkrieg war 99 555 als Stamm- und 99 606 ab 15. Mai 1947 als 2. Lok im Einsatz.

Am 29. Mai 1951 wurde die Strecke stillgelegt, die Schienen fanden danach als Feldbahngleise unter anderem beim Bau des Berliner Außenringes eine Weiterverwendung. Von Eisenbahnfreunden wurde die KHLinie erst viele Jahre nach ihrem Abbau wiederentdeckt.

Heute bemüht sich der Verein „Schwarzbachbahn e. V.“ darum, in Lohsdorf eine Erinnerung an die einzige Schmalspurbahn in der Sächsischen Schweiz aufzubauen.

Verein Schwarzbachbahn e. V.

Der im Jahre 1995 ins Leben gerufene Verein hat in seiner Satzung den Teilwiederaufbau der mitten in der Sächsischen Schweiz gelegenen Schmalspurbahn als ehrgeiziges Ziel festgeschrieben. Bisher wurden am Arbeitsmittelpunkt Lohsdorf der kleine Bahnhof als Schauanlage wiedererrichtet. Unter Verwendung noch brauchbarer Teile der ehemaligen Unterehrenberger Wartehalle wurde das Lohsdorfer Empfangsgebäude weitgehend im originalen Zustand wieder aufgebaut. Seit August 2006 liegen in Lohsdorf – 55 Jahre nach dem Abbau der Schmalspurbahn – wieder erste Gleise. Nach der Fertigstellung aller Gleisanlagen im Bahnhof Lohsdorf soll der stückweise Aufbau in Richtung Kohlmühle durch das Schwarzbachtal erfolgen.

Spendenaufruf

Für den Wiederaufbau, der für die Sächsische Schweiz einmaligen, Schmalspurbahn Kohlmühle – Hohnstein (Sachs.) auf dem Teilstück zwischen Lohsdorf und Kohlmühle. Für die in Aussicht gestellten Fördermittel benötigt der Verein Eigenkapital in erheblicher Höhe um den Eigenanteil absichern zu können. Dieses kann der Verein unmöglich allein aufbringen. Mit Blick auf die in den nächsten Jahren bevorstehenden Aufgaben möchten wir an alle Freunde unserer Bahn, sowie alle Eisenbahnfreunde appellieren, sich finanziell an unserem großen Vorhaben zu beteiligen. Spendenformulare erhalten Sie an der Kasse. Bitte informieren Sie sich auf unserer Internetseite unter: www.schwarzbachbahn.de zum Stand der Spendeneingänge, der Spenderliste, sowie ausführliche Berichte über die ausgeführten Arbeiten.